Veränderungen bei Facebook, Instagram und Whatsapp 2019

Alles neu macht der Mai – auch bei Facebook und Instagram

Auf der #F82019 Facebook Developer Conference wurden einige doch recht umfangreiche Änderungen für Facebook und Instagram vorgestellt, die nach und nach ausgerollt werden sollen. Wir fassen zusammen.

Instagram

  • Neue Nutzeroberfläche bei der Instagram Stories Kamera

  • Creator Profile für Influencer

  • Spenden-Sticker für Instagram Stories

  • Influencer können jetzt Produkte von Brands in ihren Fotos verlinken

  • Ab Sommer soll jeder seine eigenen Face-Filter gestalten können

  • Mental Health - Like-Zahlen werden ausgeblendet

Basic, Business – und Creator

Zu den beiden Standardprofilen Basic und Business gesellt sich nun noch eine dritte Variante: Creator. Diese Profilart ist speziell für Instagram Influencer vorgesehen und auf sie zugeschnitten. Ähnlich wie Business wird es zusätzliche Funktionen haben gegenüber einem Standardprofil sowie ausführliche Statistiken.

Im Gegensatz zu Business Profilen wird es aber auch ein Instagram Creators Studio für Desktop geben, das weitere Daten wie Engagement Statistiken, wann die Follower online sind und ähnliches. Diese Insights können bei der Erstellung eines Mediakits sehr hilfreich sein, mehr dazu hier.

Absolutes Novum: Zum ersten Mal wird es auch (offizielle) follow/unfollow Daten geben. Bisher konnte man diese nur über mehr oder weniger von Instagram geduldete Third Party Apps herausfinden. Für Influencer natürlich ein absolutes Zuckerstück, aber auch für Marken interessant, um zu sehen, welcher Content gut ankommt und welcher eher weniger.

Ebenfalls genial und sollte Community Management deutlich erleichtern: Mit Instagram Creator Studio kann man auch seine persönlichen Nachrichten am Desktop abrufen, sortieren und beantworten.

Doch mal wieder ist nicht alles Gold, was glänzt. Instagram Creator Profile sind nicht an die Instagram API angebunden, was bedeutet, dass automatisches publishen oder das nutzen von Third-Party-Apps erstmal flachfällt. Die Funktion ist laut Gerüchten auch erstmal nur für Instagram Influencer verfügbar, die ein paar Kriterien mit ihren Accounts erfüllen. Nach dem gleichen Prinzip muss man sich beispielsweise die Swipe-Up Funktion in Instagram Stories erarbeiten, für die man über 10.000 Follower braucht.

Als Brand Manager ist gerade die Möglichkeit, Direct Messages über den Desktop abzurufen und zu bearbeiten ein absoluter Traum. Es bleibt zu hoffen, dass es eventuell auch für Business Profile eine vergleichbare Funktion geben wird in Zukunft.

Produkte direkt beim Influencer shoppen

Mit einem neuen Shopping Tag sollen Influencer in Zukunft direkt das Produkt auf ihrem Bild verlinken können. Mit diesem direkten Verkauf könnte Influencer Marketing nochmal neue Dimensionen annehmen, denn so kann der Kosten/Nutzen-Faktor noch viel besser überprüft werden.

Auch für die User vereinfacht es, Dinge zu kaufen, denn es muss nicht mehr nachgefragt werden, um welches Produkt es sich handelt, man kann es mit einem Klick direkt shoppen.

Die Funktion steht aktuell nur einer Handvoll Influencern zur Verfügung (@kimkaradshian und Co.) und erfordert bei Firmen die Teilnahme am Instagram Checkout Beta-Programm.

Instagram Stories Kamera

Instagram Stories ist Zuckerbergs Antwort auf Snapchat – klar stehen diese weiterhin im Fokus des Unternehmens. Die Nutzeroberfläche für die Instagram Stories Kamera wird komplett umgebaut. Das Menü landet in einem drehbaren Halbkreis am unteren Bildschirmrand und soll das Finden der beliebten Funktionen deutlich schneller und einfacher machen.

Neu ist auch der sogenannte „Create Mode“, der wohl die „Type“-Funktion ersetzen wird. User brauchen nun kein eigenes Foto oder Video mehr hochladen, sondern können direkt Texte oder Umfragen als Story posten.

[Image © Instagram]

Spendenaufrufe via Instagram Stories

Auf Facebook scheint es ganz gut zu laufen, denn auch auf Instagram wird nun eine Spendenfunktion verfügbar sein. Als Sticker kann man den Aufruf in seiner Story integrieren und seine Follower dazu aufrufen, etwas für den guten Zweck beizusteuern. Als Vorauswahl gibt es – wie bei Facebook – eine Liste an Non-Profit Organisations. Sobald die Story live ist, kann der Ersteller in den Insights der Story sehen, wie viel Geld bereits zusammengekommen ist. 100% des gesammelten Einnahmen gehen an die NPOs, verspricht Instagram.

Eigene Story-Filter kreieren

Die Software Spark AR Studio soll ab Sommer für alle Mac und PC User zugänglich sein. Das bedeutet, dass dann jeder die Möglichkeit hat, seinen eigenen Facefilter zu gestalten. Bisher konnten diese Funktion nur ausgewählte Designer und Marken nutzen.

Um den Filter einer Marke nutzen zu können, muss man dieser übrigens folgen – großartiger Trick zum Follower sammeln ;)

Wie viele Likes? Egal!

Instagram testet aktuell, die Anzahl der Likes unter einem Beitrag auszublenden. Follower müssten alle Likes händisch zusammenzählen, der Besitzer des Accounts bekommt auf Anfrage die Zahl ausgespuckt.

Follower sollen sich auf den Inhalt konzentrieren, nicht darauf, wie viele Likes ein Post bekommt, teilt Instagram den Versuchskaninchen mit. Dadurch soll der Social Media Druck verringert und der Fokus wieder auf die zwischenmenschliche Ebene verlegt werden.

Away-Modus und Anti-Bullying

Diverse Ideen zu Funktionen, die beim Kampf gegen Cyber-Bullying helfen sollen, werden ebenfalls entwickelt und getestet. Nicht alle werden tatsächlich umgesetzt.

Ein Beispiel ist der „Away-Modus“, der Aktivitäten und Nachrichten zurückstellt, bis der Nutzer wieder bereit dafür ist, ohne dass dafür der Account gelöscht werden muss.

Eine weitere Funktion ist die “Nudge” Funktion, die Bullying stoppen soll, bevor es startet. Wenn Instagram merkt, dass ein User einen negativen Kommentar schreibt, wird der User von Instagram “angestupst” und erhält eine Warnung, bevor der Kommentar veröffentlicht werden kann. Das Ziel ist es, die Leute zum Nachdenken anzuregen, bevor sie etwas posten – aber die ganze Funktion ist nur Millimeter davon entfernt, negative Kommentare komplett zu zensieren.

Facebook

  • Dating Feature - Tinder lässt grüßen

  • Messenger Videos

  • Messenger soll eine End-to-End Verschlüsselung erhalten

  • New Shopping Features (Shipping & Bezahlung) für Facebook Marketplace, Instagram und Whatsapp

  • Gruppen sollen weiterhin ins Zentrum gerückt werden

Dating in Zeiten von Social Media

Ähnlich wie bei Tinder kann man sich nun auch auf Facebook matchen lassen. Die neue Funktion „Secret Crush“ erlaubt es, bis zu 9 Freunde als „Verliebt in“ zu markieren. Tun dies beide Parteien, werden sie gematched. Falls nicht, erfährt der geheime Schwarm nichts von seiner Beliebtheit.

Ob das erfolgreich sein wird? Bleibt abzuwarten. Im Rahmen des großen Datenschutzfeldzugs sind es weitere persönliche Infos, die man Facebook preisgibt – und eventuell endet das ganze in äußerst peinlichen Situationen…

Wie wär’s mit neuen Freunden?

Facebook plant eine Funktion einzuführen, die sich “Meet new friends”. Anhand von Schule, Jobs und Städten kann man sich mit neuen Freunden matchen lassen. Lokalisten, stayfriends und Co. lassen grüßen.

Auch diese Funktion ist ein bisschen fragwürdig, denkt man an die ganzen Vorschläge unter „Personen, die du eventuell auch kennst“, die man regelmäßig wieder wegklickt. Es hat einen Grund, Facebook, warum wir nicht virtuell befreundet sind 💁🏻‍♀️.

Facebook Gruppen

Facebook Gruppen werden ja schon eine Weile von Facebook gepusht. Facebook Gruppen sollen nun in der Entdecken-Funktion leichter gefunden werden, es soll einfacher sein, direkt aus Gruppen zu teilen und ein paar neue Features wie anonymes Posten in Gesundheits-orientierten Gruppen sollen kommen.

Neu, neu, neu sind alle meine Kleider - Neues Design für Facebook

Mit die extremste Veränderung in der kommenden Zeit wird allerdings das neue Interface Design von Facebook. Angelehnt an die App soll die Oberfläche moderner und frischer aussehen. Der erste Eindruck ist gewöhnungsbedürftig. Ob sich Facebook damit aktuell einen Gefallen tut?

Faceboo Re-Design 2019 [Image facebook]
[Image ©Facebook]

Whatsapp

Produktkataloge im Whatsapp-Profil

Ganz offensichtlich hat Facebook ein gesteigertes Interesse daran, in die Welt des Online-Shoppings einzutauchen und pusht entsprechende Funktionen auf allen drei Plattformen.

Firmen sollen in Whatsapp die Möglichkeit erhalten, ganz Produktkataloge anzuzeigen, durch die die Fans dann stöbern können.

Die komplette Keynote gibt’s hier

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