Content Marketing in der Social Media Strategie 2020

„Der „Homo Emotionalis“ übernimmt die Kontrolle und Marken müssen nicht mehr nur Entwicklungen in sozialen Netzwerken folgen und neue Kanäle für sich entdecken. Sie müssen ihre Social Media Kommunikation auf eine emotionale Ebene bringen und sich von der „wir sind die besten, günstigsten und schnellsten“ verabschieden.“

Jan Firsching

 

Sascha Lobo hat dies in seinem Buch Realitätsschock nochmal ganz einfach auf den Punkt gebracht:

„Was sich bei mir am besten anfühlt, damit gehe ich eine Verbindung ein.”

Das ist so einfach wie richtig. 

Die Emotionalisierung in der Kommunikation spielt  insbesondere auf Social Media eine besondere Rolle.

Es gibt das exzessive Bedürfnis, sich zu bestimmten Themen, aber auch Produkten, zu ereifern.

Emoticons, gifs und Akronyme überschwemmen die Kommentare. Es gibt das exzessive Bedürfnis, sich zu bestimmten Themen, aber auch Produkten, zu ereifern. User wollen interagieren und von Aussagen, Haltungen, Statements, Bildern, Videos, Sounds, Ideen, Visionen... berührt werden!

Nicht alle Marken entsprechen diesem Bedürfnis, sehr oft wird der User von generischen Inhalten einseitig bespielt und letztlich schlicht gesagt: BEWORBEN.

Hier werden die Vorteile im Social Media Marketing ungenügend ausgeschöpft und Chancen leichtfertig vergeben.

Am Markt herrscht bekanntermaßen ein deutliches Überangebot an Produktvarianten. Kein Mensch kann sich allein von rationalen Entscheidungen leiten lassen. Es bedarf emotionaler Prozesse zur Entscheidungsfindung.

Emotionen sind Gefühle, die eng mit dem Erleben, Wahrnehmen und Handeln verbunden sind. Emotionen verändern einen Zustand und setzen Energien frei! Sie sind der tägliche Begleiter unseres Denkens und Handelns. Sie sind der Katalysator für Bindungen.

„Gefühle werden am Markt wichtiger als alles andere”

Sascha Lobo

Und diese Emotionen gilt es in der Kommunikation zu bedienen.

Was heißt das fürs Social Media Marketing 2020?

Für Marken und Unternehmen ist das Vermitteln eines guten Gefühles, einer Einstellung der Marke zu Geschehnissen und Reaktionen auf aktuelle Entwicklungen sowie der Dialog mit dem Kunden mindestens genauso wichtig, wenn nicht gar wichtiger, wie die Übermittlung rationaler Vorteile. 

Die Mechanismen im Social Media Marketing machen dies so leicht wie nie zuvor.

Über verschiedene Knotenpunkte können User zeitnah und auf direktem Weg erreicht werden.

Hierbei helfen Facebook Gruppen, interaktive Instagram Livestreams, Blogmarketing und das Ohr (via Kommentare, Chats und Interaktionen) am Kunden, um sich stets zu verbessern.

So ist es ein Leichtes, die User mit stimmigem Content emotional zu packen, auf Wünsche & Kommentare schnell zu reagieren und ihnen z.B. bei Problemen / Fragen / Sorgen zu helfen und damit in eine langfristige Bindung einzuzahlen.

Denn nur wer Interesse an der Marke / den Produkten hat oder dessen Grundbedürfnis hiervon erfüllt wird, ist überhaupt für eine emotionale und damit auch langfristige Beziehung  bereit.

Die „richtigen” User zu identifizieren ist hierbei natürlich auch ein wichtiger Part. Mechanismen wie ausgefeiltes Targeting, Custom Audiences, Lookalike Audiences sind probate Werkzeuge um Personen in der richtigen Situation mit dem passenden Content zu erreichen. Denn nur wer Interesse an der Marke / den Produkten hat oder dessen Grundbedürfnis hiervon erfüllt wird, ist überhaupt für eine emotionale und damit auch langfristige Beziehung  bereit.

Und ja: emotionaler Content ist dabei das Must Have um eine ehrliche Bindung zwischen Marke und Konsumenten zu schaffen.

Also weg von generischen Inhalten, verlängerten TV-/Print-Kampagnen, rein adaptierten Formaten und Einbahnstraßen-Kommunikation. 

Storytelling – das Erzählen von Geschichten – bietet eine tolle Möglichkeit, um Informationen und Emotionen zu vermitteln. 

Gute Geschichten begeistern, fesseln und reißen mit. Sie hauchen kalten, nackten Zahlen Leben ein.

Und insbesondere Social Media lebt davon. Es wird über etwas gesprochen und dadurch wird es relevant!

Also stellen wir die Fragen:

  • Was macht die Marke / das Produkt aus? 
  • Was sind die Gefühle und Assoziationen in der Zielgruppe?
  • Welche Bedürfnisse müssen / sollen erfüllt  werden?
  • Wie werden sie in passenden Content für die entsprechenden Plattformen gegossen?

Hierbei können auch unternehmenspolitische Haltungen zu sozialpolitischen Themen eine große Rolle spielen. Transparenz, Nachhaltigkeit, Gleichstellung, Diversität, Globalisierung, soziales Engagement und Fairness in allen Bereichen können einen entscheidenden Teil bei der Kaufentscheidung der Kunden ausmachen.

Hierbei können auch unternehmenspolitische Haltungen zu sozialpolitischen Themen eine große Rolle spielen.

Brandaktuell geht hier Netflix einen sehr vorbildlichen Weg, indem das Unternehmen als Reaktion auf die #BlackLivesMatter Bewegung ankündigt, 100 Millionen US-Dollar an Institutionen zu spenden, die die schwarze Community unterstützen.

Dass Netflix außerdem die afroamerikanische Bozoma Saint John als CMO ernennt, zeigt die Authentizität hinter solchen Entscheidungen.

Meldungen wie diese zahlen maßgeblich in die Kundenbindung ein und geben vor allen Dingen potenziellen Neukunden wichtige Zusatz-Argumente mit an die Hand!

Die Herausarbeitung nachhaltiger Themen via Strategie-Workshops und umfassenden Analysen stellen also einen wichtigen Baustein für die Kommunikationsstrategie des Unternehmens / der Marke dar.

”Es  wird ja nun überall  gelehrt, wie man mit Formeln Probleme löst, bei denen jemand seinen Nutzen maximieren will. Nur wird es viel schwerer, solche Modelle aufzustellen, wenn es den Leuten, wie im richtigen Leben, nicht nur um das eigene Interesse geht. Menschen sind eben keine rationalen Egoisten.“

Richard Thaler (Wirtschaftsnobelpreisträger)

Es gibt unzählige Bereiche, die sich für Storytelling eignen, um ehrlich zu zeigen: Wir sind mehr als einfach nur eine Marke / ein Produkt – Hier sind Menschen, die etwas für andere Menschen erschaffen!

Eine umfassende emotionale, ehrliche und relevante Kommunikation ist maßgeblich für eine deutliche Herausstellung auf dem Markt und final auch zur Kundenbindung. Jedoch nur dann, wenn sie von Marken ehrlich, glaubwürdig und langfristig umgesetzt wird.

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